Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Wermsdorfer Teiche stammt aus dem Jahre 1502. Errichtet wurden sie von den Gutsherren Starschedel zu Mutzschen. 1577 kaufte der sächsische Kurfürst August die Teiche. Seit dem sind sie ununterbrochen im Besitz der Wettiner bzw. des sächsischen Staates.

Ab 1787 bis 1947 wurde die Teichwirtschaft an private Pächter verpachtet. Von 1948 bis 1952 war sie Sächsische Staatsteichwirtschaft und von 1953 bis 1990 ein Betriebsteil des VEB Binnenfischerei Wermsdorf. Unter dem VEB Binnenfischerei Wermsdorf erlebte die Teichwirtschaft eine Blütezeit. Die Teichfläche konnte durch den Wiederanstau trocken liegender Teiche, den Bau neuer Teiche und Teichrekonstruktionen mehr als verdoppelt werden. Die Produktion wurde auf über 800t im Jahr 1989 gesteigert, was einem Hektarertrag von mehr als 2000 kg entsprach.

Nach der Wiedervereinigung verpachtete der Freistaat Sachsen die Teichwirtschaft Wermsdorf 1992 an den hessischen Fischwirtschaftsmeister Georg Stähler. Dieser stellte die Produktion auf eine naturnahe und artgerechte Erzeugung um. Der zwangsläufig gesunkene Hektarertrag wird durch die hervorragende Qualität der Fische und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Ökosystem Teich wettgemacht.

Unsere Teiche sind noch nach 500 Jahren für ihren eigentlichen Zweck, die Fischzucht, voll nutzbar. Damit sind sie einmalige technische und agrarische Denkmale einer jahrhundertalten Kulturlandschaft und Lebensraum einer reichhaltigen Flora und Fauna mit vielen, oft seltenen Tier- und Pflanzenarten.